So ist der Lehrerberuf wirklich

Von A wie Anrufe bei den Eltern bis Z wie Zeugnisse: Als Lehrer hast du einen abwechslungsreichen Stundenplan. Das Tolle daran: Viele der Aufgaben kannst du dir zeitlich flexibel einteilen. Mit Organisationstalent startest du in diesem Beruf durch. 

 

Sicher hast du deinen Lehrer nach dem Unterricht schonmal am See oder in der Fußgängerzone getroffen. Und wahrscheinlich hast du dir gedacht: Geil, als Lehrer hat man ab 14 Uhr Feierabend. Ganz so stimmt das nicht, aber einen großen Vorteil hat der Lehrerberuf: Du kannst dir die Arbeitszeit bis auf die Unterrichtsstunden flexibel einteilen. Während andere Arbeitnehmer im Sommer im Büro schwitzen, gehen Lehrer an den See – und setzen sich erst abends an den Schreibtisch. Flexibilität zählt heute bei 40 Prozent der Bewerber zu den wichtigsten Kriterien bei der Jobsuche. Für Lehrer gibt es hier großen Spielraum: Je nach Bundesland und Schulart fallen zwischen 21 und 30 Schulstunden pro Woche an – doch das ist im Schnitt nur ein Drittel der Arbeitszeit.

 

Als MINT-Lehrer bist du gefragt

 

Zunächst solltest du wissen: Die Tätigkeiten eines Lehrers variieren stark je nach Schulart und Fächern, die er unterrichtet. So braucht ein Deutschlehrer am Gymnasium mehr Zeit für Korrekturen, ein Grundschullehrer dagegen mehr, um mit Eltern zu sprechen und Bewertungen zu schreiben. An den Grundschulen herrscht übrigens bis etwa 2025 akuter Lehrerbedarf: Etwa 300 Stellen bleiben jedes Jahr frei. An allen anderen Schulen werden vor allem MINT-Lehrer gebraucht, also in Mathe, Informatik, Physik und Chemie.

 

Lehrermangel: Im Osten Deutschlands bleiben jedes Jahr rund 1.500 Stellen frei.

 

Die richtige Mischung macht’s

 

Neben dem Unterricht kümmern sich Lehrkräfte um die Vor- und Nachbereitung: Sie konzipieren und korrigieren Klausuren oder stellen Unterrichtsmaterial zusammen. Wie das geht, lernst du im Studium in den sogenannten Fachdidaktiken. Lehrer sind zudem Organisationstalente und Vermittler: Sie planen Klassenfahrten und Schulausflüge, sprechen mit Eltern, Schülern und Kollegen, schreiben Zeugnisse und auch mal einen Verweis. Der Beruf erfordert daher Fingerspitzengefühl auf der einen und Konsequenz auf der anderen Seite. Wichtig ist dabei immer, andere zu begeistern und zu motivieren. Wie das gelingt, zeigen Fächer wie Schulpädagogik und Erziehungswissenschaften. Als Lehrer übernimmst du verantwortungsvolle Aufgaben. Bist du bereit dazu?

 

Autorin: Nina Probst

 

Stundenübersicht* eines Gymnasiallehrers, Fächer: Mathe und Sport

 

21 Stunden Unterricht 

10 Stunden Organisation (Noten, Lehrerkonferenzen, Klassenfahrt) 

8 Stunden Nachbereitung, korrigieren 

5 Stunden Vorbereitung

 

*fiktives Modell, Stunden pro Woche

 


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