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Milliardär Dimitri Shumkov
Als Interview-Location hat Shumkov das Pariser „Ritz“ auserkoren. In diesem Grand Hotel stiegen schon Berühmtheiten wie Ernest Hemingway ab; Lady Di verbrachte ihre letzten Stunden im Sterne-Restaurant des Luxustempels und dem Hollywood-Kassenschlager „The Da Vinci Code“ diente es als Kulisse. |
„Die meisten Milliardäre denken nicht allzu oft über die zehn Gebote nach.“
Die Reichsten der Reichen verstecken ihr Privatleben für gewöhnlich hinter hohen Mauern. Der russische Milliardär Dimitri Shumkov (35) hat für absolut°karriere eine Ausnahme gemacht. Unser Redakteur Jan Philipp durfte einen Blick in seine extravagante Welt werfen. Seinen genauen Kontostand hat er Shumkov dann aber doch nicht entlocken können.
Herr Shumkov, würden Sie sich nach einem Zehncentstück auf der Straße bücken?
(überlegt lange) … Eher nicht. Ich bin ja nicht darauf angewiesen.
Welchen Luxus können selbst Sie sich nicht leisten?
(grinst) … Ehrlich gesagt habe ich bis jetzt noch nichts entdeckt, das ich nicht machen konnte.
Und womit verdienen Sie bitte so viel Geld?
Ich stamme aus einer guten russischen Familie und hatte die Möglichkeit, Jura in Sankt Petersburg zu studieren. Danach habe ich einige Zeit als Jurist in einer Gesellschaft gearbeitet, der auch Präsident Vladimir Putin angehörte. Mit 26 Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht. Heute bin ich Eigentümer des Anlagefonds Allure und berate mit meiner Gruppe JPO Pravoko LTD russische und westeuropäische Firmen bei Öl-, Gas-, Aluminium- und Titaniumgeschäften.
Kann man überhaupt Milliardär werden, ohne gegen eines der zehn Gebote zu verstoßen?
Ich glaube, die meisten Milliardäre denken nicht allzu oft über die zehn Gebote nach.
Wen bewundern Sie? Wer motiviert Sie?
Zar Alexander II. und Napoleon sind in meinen Augen die größten Figuren der Geschichte. Napoleon fasziniert mich als Mensch besonders. Deshalb bewohne ich auch immer diese Suite mit Blick auf seine Triumphsäule. Und meinen Geburtstag habe ich bewusst im Restaurant „Le Grand Véfour“ gefeiert, weil Napoleon dort Stammgast war.
Sie sehen müde aus. Ist ihr Arbeitstag hart?
Nach dem Aufstehen schwimme ich erst mal ein paar Bahnen. Um 11 Uhr gehe ich dann ins Büro, dafür arbeite ich oft bis spät in die Nacht.
Aktuell bereite ich eine Zusammenarbeit mit der französischen Ski-Firma Lacroix vor, deren Edelprodukte wie diamantbesetzte Skier - wir in Russland auf den Markt bringen wollen. Zwischen Meetings mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern versuche ich soviel wie möglich zu lesen, um über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein und mich weiterzubilden. Wenn es meine Zeit erlaubt, gehe ich abends ins Theater oder in die Oper.
Macht Geld glücklich?
Nein, aber das Leben ist definitiv komfortabler.
Und sexy …?
Natürlich stehen viele Frauen auf einen guten Lebensstil. Ich glaube aber, dass es mehr der Erfolg ist, der sexy macht, als nur das pure Geld.
Sie sind 35 Jahre jung und müssten nie mehr in Ihrem Leben arbeiten. Warum gehen Sie nicht einfach nur noch Ski fahren oder gucken den ganzen Tag aufs Meer hinaus?
Weil ich Spaß an meinem Job habe. Außerdem will ich einen Beitrag für mein Land leisten.
Sind sie denn politisch aktiv?
Nein. Ich kann auch heute überhaupt noch nicht sagen, ob ich mal in die Politik gehen werde.
Wie wichtig ist für Sie als Geschäftsmann eine gute Beziehung zur russischen Regierung?
Ohne Respekt vor dem Staat kann man keine seriösen Geschäfte machen. Es sei denn, man verkauft auf dem Wochenmarkt Gemüse. Ich denke, dass dies in Russland genauso gilt wie in Deutschland.
Beschreiben Sie bitte Ihr Heimatland Russland mit drei Worten.
1. reich (an Geschichte und Kultur),
2. weltoffen (Russland ist inzwischen Teil der Globalisierung),
3. unvorstellbar (in Bezug auf die Zukunft des Landes).
Bei uns in Deutschland sagt man: „Von den Reichen lernt man das Sparen.“ Bei Ihnen bekommt man den Eindruck, Sie würden mit Geld um sich schmeißen. Zählen Sie Ihre Ausgaben am Tagesende?
Nein, darüber denke ich nicht viel nach. Es gibt aber auch Tage, an denen ich wenig ausgebe, weil ich viel zu beschäftigt bin, um zum Beispiel in einem Restaurant zu essen.
Mögen Sie deutsche Autos?
Selbstverständlich, ich besitze mehrere. Die schönsten Autos kommen aus Deutschland. Dafür kommen aus Russland die schönsten Frauen.
Mit Dimitri Shumkov sprach Jan Philipp Burgard. |
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