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Bundestrainer Joachim Löw
Spitzname: Jogi
Als Kind wollte ich: Pilot werden
Das macht mir Spaß: Sport, Bergsteigen, Reisen, Lesen
Von Zuhause weg: mit 17
Lieblingsessen: Cordon bleu


„Man muss seinen Zielen treu bleiben!“

Kurz vor dem EM-Start arbeitet Joachim Löw mit Hochdruck daran, unsere Nationalelf fit zumachen für den Titelgewinn. Für das Interview mit absolut°karriere hat er sich eine kleine Pause vom Trainingsbetrieb gegönnt.

Herr Löw, haben Sie so kurz vor der EM schlaflose Nächte?
Nein, überhaupt nicht. Ich schlafe so gut wie selten zuvor.

Wie schaffen Sie das? Sie stehen immerhin vor der sportlich größten Herausforderung Ihrer Karriere.
Ich muss ja keine Angst vor der EM haben. Wir sind uns bewusst, dass wir im Trainerteam alles gemacht haben, was nötig ist. Und wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Turnier spielen können.

Wie machen Sie sich fit für den Tag?
Ich trinke gerne morgens einen Espresso. Die erste Tageshälfte nutze ich meist für gedankliche und konzeptionelle Arbeit. Sport treibe ich eher am Nachmittag. Für mich ist es enorm wichtig, dass ich stets positiv denke.

Fällt Ihnen beim Sport auch manchmal die Mannschaftsaufstellung ein?
Ja, es kann durchaus passieren, dass ich im Wald beim Laufen ein Problem löse. Aber auch sonst tut mir der Sport gut.

Junge Spieler müssen die sportliche Karriereplanung häufig mit der schulischen Laufbahn vereinbaren. Was raten Sie in dieser Situation?
Eine Laufbahn als Fußballprofi ist ein Ziel, für das es sich zu arbeiten lohnt. Aber es ist sicher auch von Vorteil, eine solide schulische Ausbildung zu haben. Dann hat man noch die Sicherheit, nicht nur durch die körperliche Leistungsfähigkeit festgelegt zu sein.

Angenommen, Ihr Erfolg im Profifußball wäre ausgeblieben. Welchen
Karriereweg hätten Sie gewählt?
Ich habe mich frühzeitig entschlossen, dass ich im Fußball arbeiten möchte. Darauf habe ich mich konzentriert. Darüber hinaus habe ich aber auch eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht, um abgesichert zu sein.

In Ihrer Spieler- und Trainerkarriere erlebten Sie viele Höhen, aber auch einige Tiefen. Woher nehmen Sie in erfolglosen Zeiten neue Kraft?
Ich war immer überzeugt davon, dass ich den richtigen Weg gewählt habe. Natürlich hinterfragt man sich nach Misserfolgen und überlegt. Aber oft scheitert es an externen Einflüssen oder Bedingungen, die man nicht beeinflussen kann. Wichtig ist, immer zu wissen, dass man optimale Arbeit geleistet hat. Man muss dabei stets seinen eigenen Zielen treu bleiben und darf sich nicht von außen beeinflussen lassen.

Sie besuchten im badischen Schönau das Gymnasium. Was würden ehemalige Lehrer über den Schüler Joachim erzählen?
Ich war ein ruhiger, gewissenhafter Schüler. Ich hoffe, meine ehemaligen Lehrer sehen das genauso.

Zum Schluss eine einfache Frage: Wer wird Europameister?
Wir wollen Europameister werden. Aber wir sind nicht der Topfavorit, sondern einer der Mitfavoriten.

Die Fragen stellte Jan van der Velden

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