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Top-Bankerin Christine Licci
Mein Spitzname ist: Christl
Mein erstes Geld habe ich verdient mit: Nachhilfeunterricht in Mathematik und Englisch
Von Zuhause bin ich weg mit: Zehn Jahren, um in einem katholischen Internat meine höhere Schulausbildung zu bekommen.
Mein Haustier heißt: Habe keins
Und das ist mein Lieblingsessen: Rehbraten mit Semmelknödeln
Das macht mir sonst noch Spaß: Ich liebe das Bergsteigen.
Als Kind wollte ich: Pianistin werden
Abi-Note: Ich habe einen sehr guten Abschluss im italienischen Schulsystem gemacht. |
„Mit einem Lächeln in den Tag“
Sie ist gerade mal 37 Jahre jung, da wird sie Vorstandsvorsitzende der Citibank. Zwei Jahre später kürt sie Deutschlands bedeutendstes Wirtschaftsmagazin zur Managerin des Jahres. Christine Licci ist eine der erfolgreichsten Top-Bankerinnen der Welt. Derzeit sitzt sie im Vorstand der Hypo Vereinsbank und steuert dort das Privatkundengeschäft. Im absolut°karriere-Interview gibt die sympathische Südtirolerin wertvolle Karriere-Tipps für Abiturienten, die nach der Schule bei der Bank einsteigen möchten.
Frau Licci, was mussten Sie für Ihre steile Karriere opfern?
Natürlich fordert meine Position ihren Tribut. Manchmal bin ich rund um die Uhr im Einsatz und da bleibt dann das Privatleben auf der Strecke. Aber im Gegenzug hat mir mein Karriereweg die Möglichkeit gegeben, eine Vielzahl einzigartiger Erfahrungen zu sammeln und beeindruckende Menschen kennen zu lernen. Ich bin beruflich immer so lange in eine bestimmte Richtung gegangen, wie ich Spaß dabei gehabt und Neues dazugelernt habe. Sobald diese beiden Kriterien nicht mehr erfüllt sind, sollte man sich ernsthafte Gedanken über einen Wechsel machen.
Nach Ihrem Schulabschluss haben Sie BWL und Europäisches Wirtschaftsrecht studiert. Von Herzen kam diese Entscheidung aber nicht...
Nein, denn eigentlich wollte ich Musik studieren. Und ich weiß, dass ich gut gewesen wäre. Mit 16 Jahren habe ich jeden Tag fast fünf Stunden Klavier gespielt. Aber meine Familie hat mich zu einem wirtschaftlichen Studium gedrängt. Ich sollte die Möglichkeit haben, einen "ernsthaften", sprich bodenständigen Beruf zu ergreifen.
Und das haben Sie ja auch mit Bravour gemeistert: Nach Ihrem Studium in Mailand waren Sie ausschließlich in der "Bankenwelt" unterwegs. Was fasziniert Sie an der Arbeit dort und wie würden Sie einen Abiturienten davon überzeugen, in der Bank einzusteigen?
Die Arbeit in der Bank ist unheimlich spannend und abwechslungsreich. Da gibt es beispielsweise die hektische und aufregende Welt des Investmentbankings, das individuelle Privat- und Firmenkundengeschäft oder die Immobilienfinanzierung. Oftmals beginnt man einen Tag, ohne zu wissen, welche Themen und Herausforderungen auf einen zukommen. Die Bank bietet Entwicklungschancen für Talente aller Art; für analytische aber auch kreative Persönlichkeiten. Im Mittelpunkt steht immer die Zusammenarbeit mit Menschen: Alle Interessen von Kunden, Mitarbeitern und Aktionären unter einen Hut zu bekommen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die einem aber unzählige Kenntnisse bringt.
Wo kann ich mich als Abiturient optimal über die Arbeitsabläufe und Aufgaben in der Bank informieren?
Nahezu alle Banken veranstalten mehrmals im Jahr eine Art „Day of open Door“ für interessierte Schüler und Studenten. Bei uns heißt das „Job-Visit“ (für Schüler) oder „Job-Date“ (für Studenten). Schaut doch mal dort vorbei und macht Euch Euer eigenes Bild. Ich denke, so kommt ihr zu der besten Entscheidungsgrundlage.
Und was raten Sie Abiturienten, die - wie Sie - in der Bank nach ganz oben wollen?
Die drei wichtigsten Charaktereigenschaften, die man dafür mitbringen sollte, sind Disziplin, Geradlinigkeit und Durchsetzungsvermögen.
Wie sieht der ideale Lebenslauf eines zukünftigen Top-Bankers aus: Abitur, Ausbildung in der Bank und anschließender Einstieg. Oder sollte man nach dem Abi besser zuerst studieren, bevor man bei der Bank anklopft?
Die Entscheidung für Studium oder Ausbildung ist „Typsache“ und muss jeder für sich treffen. Mein Tipp: Man kann beides auch geschickt kombinieren. Beispielsweise zuerst eine Banklehre machen und anschließend berufsintegriert studieren. Auf diese Weise verdient man während des Studiums auch noch Geld. Eins steht aber fest: Auch wenn Ihr später mal nicht im Bankenbereich arbeiten solltet, ist die Banklehre eine hervorragende Karriere-Basis. Sie vermittelt ein breites Fundament an wirtschaftlichen Kenntnissen und wichtige Kompetenzen in puncto Vertrieb.
Was ist Ihre größte Stärke?
Ich schaffe es, mich selbst und die Menschen in meinem Umfeld zu motivieren, immer das Beste zu geben. Außerdem kann ich mich sehr schnell in fremde und komplexe Sachverhalte einarbeiten, sie analysieren und verstehen. Eine weitere Stärke, die mir auf meinem Karriereweg sehr geholfen hat, ist der Mut zur Verantwortung und mein konsequentes Handeln.
...Und Schwäche?
Ungeduld. Während Diskussionen neige ich dazu, Leuten ins Wort zu fallen.
Wann geraten Sie in Rage?
Ich kann es nicht leiden, wenn Menschen sich sträuben, ihren gesunden Menschenverstand zu benutzen.
Verraten Sie uns Ihr Erfolgsmotto?
Mit einem Lächeln in den Tag starten und sich selbst immer treu bleiben.
Mit Christine Licci sprachen Max Grün und Moritz-Marco Schröder |
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