App geht’s!

Die Apps auf deinem Smartphone machen dein Leben leichter. Und nicht nur das: Hinter den bunten Icons stecken spannende Jobs für deine Zukunft. absolut°karriere zeigt dir am Beispiel einer Shopping App, welche Berufe zusammenarbeiten, damit aus Bits und Bytes großer Smartphone-Spaß wird.

App geht's

Online Einkaufen ist im Trend

Ganz schön schick, dieser neue Pullover – und mit einem Tipp auf deinen Smartphone-Bildschirm wandert das gute Teil direkt in den Warenkorb. Ob bei Zalando, Otto oder About You: Nichts wird in Deutschland lieber via Handy gekauft als Kleidung, verrät eine Bitkom-Umfrage. Deshalb stellen dir viele Shops schicke Apps für dein iPhone oder Android-Smartphone zur Verfügung.

Doch hinter der bunten Oberfläche stecken auch jede Menge spannende Karrieremöglichkeiten. Weit vor dem ersten Download setzen sich in den Digitalfirmen Unternehmensentwickler (1), oft „Business Analysts“ genannt, an einen Tisch. Sie schauen auf die Produktpalette und rechnen: Welche Zielgruppe wollen wir erreichen? Wo lassen sich Schuhe oder T-Shirts zu welchem Preis verkaufen? Ist eine Kooperation mit einem Einzelhändler wie H&M besser, ein Shop bei Amazon – oder eine eigene App?

Der Business Analyst

1) Der Business Analyst

Die Basis für einen Job in diesem Bereich legst du mit einem Studium in „Betriebswirtschaftslehre“ oder „Wirtschaftsingenieurwesen“. Darin lernst du die zentralen Zusammenhänge von Angebot und Nachfrage. Mathematisches Verständnis ist wichtig: Denn du entwickelst später neue Dienstleistungen und Produkte – und legst zugleich fest, was sie kosten sollen und wie teuer sie sein dürfen, damit die Kunden gerne zuschlagen.

Gibt es grünes Licht für die App, legen die Programmierer (2) los. Sie sind spezialisiert auf die Sprachen, mit denen Codes für mobile Geräte entstehen. So basteln sie dann Zeile für Zeile die Grundstruktur des Mini-Programms. Je nach Betriebssystem kommen dabei andere Programmiersprachen wie Java, Swift oder C++ zum Einsatz. Sie legen etwa fest, in welchen Kategorien die Produkte später geordnet sind. Ganz wichtig dabei: die Schnittstellen zu den bestehenden Datenbanken des Unternehmens. Nur wenn die korrekt funktionieren, sorgt dein Wisch auf dem Smartphone später dafür, dass die Bestellung auch wirklich im Lager des Unternehmens ankommt und die Sneaker bei dir landen.

Der Programmierer

2) Der Programmierer

Code schreiben und die technische Grundlage für Apps bauen: Hier sind Allround-Talente in Informatik gefragt, die sich nach und nach auf eine der vielen Programmiersprachen spezialisieren. Das fordert viel Eigeninitiative, schließlich musst du in diesem Beruf immer auf dem neusten Stand bleiben. Einige Hochschulen, zum Beispiel in Hof oder Frankfurt, legen auch schon im Bachelor einen Schwerpunkt auf das Programmieren für Smartphone und Tablet.

Während sich die Programmierer um die Technik im Hintergrund kümmern, arbeiten die Designer (3) an der Oberfläche der App. Ihnen geht es aber nicht nur darum, die richtigen Farben für den Startbildschirm zu finden. Das Zauberwort hier heißt „UX“ – kurz für den englischen Begriff „User Experience“. App-Designer arbeiten daran, die Nutzererfahrung ständig zu verbessern: Steht der „Kaufen“-Button besser über oder unter dem Produkt? Ist er besser rot oder grün? Welche Daten braucht die App wann von welchem User? All das probieren die UX- Designer stetig aus.

Der Designer

3) Der Designer

Kreativität ist Trumpf – aber wer Apps gestalten will, braucht auch ein gewisses technisches Grundverständnis. Viele Wege können dich dorthin bringen: Etwa eine Ausbildung zum „Mediengestalter Digital und Print“. Oder ein Studium: Das geht als Bachelor oder als Master, wenn man vorher verwandte Fächer wie „Medien- und Kommunikationswissenschaften“ belegt hat. Gut zu wissen: Wie bei allen kreativen Berufen zählen deine Arbeitsproben besonders viel.

Dabei helfen ihnen die Erkenntnisse, die sie von sogenannten Data Scientists (4) geliefert bekommen. Sie forschen am riesigen Datenberg, der mit jeder App entsteht. Mit Hilfe von ausgeklügelter Mathematik geben sie Empfehlungen ab, wie sich beispielsweise die App mit einem Update verbessern lässt. Das kann ein neuer Button sein, der alle Nutzer direkt zu den reduzierten Winterklamotten führt. Oder ein Link, der dich ermuntert, dir die neuen Sommerkleider anzuschauen, nachdem du gerade einen Bikini gekauft hast.

Der Data Scientist

4) Der Data Scientist

Zahlen und mathematische Zusammenhänge faszinieren dich? Perfekt! Als Data Scientist versuchst du, in großen Datenmengen Besonderheiten zu erkennen, die für den Erfolg eines Unternehmens wichtig sein können. Das gelingt vor allem über Statistik. Ein Studium in Informatik, Mathe oder Physik vermittelt dir hier das notwendige Handwerkszeug. Weil alle Firmen ihre Daten verstehen und auch nutzen wollen, sind Data Scientists sehr begehrt. Und sie werden sehr gut bezahlt.

Bevor die Daten fließen (und sich die ganze Arbeit der anderen Beteiligten auszahlt), müssen aber erst mal möglichst viele Nutzer die App kennenlernen und herunterladen. Und das ist ein echtes Problem: Jeden Tag werden im iTunes-Store von Apple und dem Play Store von Google mehr als 1.000 neue Apps veröffentlicht. Doch die meisten Deutschen nutzen laut des Marktforschungsdienstes „App Annie“ gerade mal zehn Apps regelmäßig. Der Beruf des Growth Hackers (5) ist daher ziemlich neu – und eine besondere Form der Werbungsgestaltung. Growth Hacker arbeiten daran, dass ihr Produkt möglichst schnell von möglichst vielen Menschen erkannt und gekauft wird. Werbung auf Instagram und Snapchat bewirkt hier viel.

Der Growth Hacker

5) Der Growth Hacker

Aus klein mach groß: Als Growth Hacker betreibst du Powermarketing. Hier ist eine gute Mischung aus geeigneten Werbestrategien und dem Wissen um die passenden Kanäle wichtig. Das Berufsbild ist so neu, dass es viele Wege gibt. Oft hilft ein (Online-)Marketing-Studium und ein guter Einblick in die Kniffe der Suchmaschinenoptimierung für den Start. Und dann: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren!

Damit die Nutzer auch immer wieder gerne in die App zurückkommen und sie nicht nach dem ersten Mal löschen, beschäftigen viele Online-Händler auch Online-Redakteure (6). Sie schreiben über neue Modetrends, stellen Outfits für dich zusammen und informieren über die Herstellung.

Der Online-Redakteur

6) Der Online-Redakteur

Egal ob Zeitung oder Online-Shop: Als Online-Redakteur recherchierst und schreibst du gute Geschichten. Für die App zählt dabei natürlich der Blickwinkel deines Unternehmens. Die Kommunikationswissenschaften können die Basis für deine Karriere bilden.

Den Überblick behält in der Regel ein Produktmanager (7). Er koordiniert und verteilt alle Aufgaben – und entscheidet auch über Dinge wie ein neues Bezahlsystem. Und damit die App so richtig „appgeht“, halten Produktmanager die ganze Zeit die digitalen Fäden in der Hand.

Der Produktmanager

7) Der Produktmanager

Hier musst du von allem etwas verstehen – Marketing, Design, BWL und IT. Wirtschaftsingenieure bringen oft schon aus dem Studium solide Grundlagen mit. Du kannst aber auch mit einem der Schwerpunkte starten und dir die anderen erarbeiten. Wichtige Softskills: Eine gute Stressresistenz und gute Kommunikation. Du musst das Team auch dann motivieren, wenn die Deadline immer näher rückt.

Autor: Manuel Heckel

Technikberufe in der App-Welt

Wir verschicken Nachrichten per WhatsApp, fragen Google Maps nach dem Weg und shoppen unterwegs bei Amazon: Auf unserem Smartphone befinden sich unzählige Apps. Allein im Google Play Store wurden bisher mehr als 90 Milliarden Apps heruntergeladen – Tendenz steigend. Die Folge: Der Arbeitsmarkt für App-Experten boomt. Der Artikel zeigt dir, welche Perspektiven es in dieser Branche gibt.


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