Mädels, macht MINT!

MINT steht für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Berufe in diesen Bereichen sollen nur was für Jungs sein? „So ein Quatsch!“, sagen drei junge Frauen, die bei SAP , Audi und Bayer arbeiten. Also, ihr MINTbegeisterten Mädels: Traut euch und folgt eurer Neugier.

Autorin: Polina Boyko

Kurz vor dem Abi fragen sich alle dasselbe: „Was soll ich bloß machen, jetzt wo ich meine Zukunft endlich selbst in die Hand nehmen kann?“ Dabei schrecken viele begabte Abiturientinnen vor MINTFächern zurück, weil diese Studiengänge angeblich nur was für Jungs sind. Wir haben mit drei jungen Frauen gesprochen, die den Schritt zu MINT gewagt haben und damit mega glücklich sind.

Deine Chance: Info-Messen

Frauen sind heute so qualifiziert wie nie und haben echt was drauf – das wussten wir Mädels schon immer. Seit einiger Zeit interessieren sich auch die Wirtschaft und die Wissenschaft verstärkt für junge weibliche Nachwuchskräfte und wollen sie für sich gewinnen. Allen voran für die MINT-Fächer. Aus diesem Grund übertreffen sich Unis und Unternehmen derzeit gegenseitig mit speziellen Infoveranstaltungen und Workshops. Alles extra für junge Frauen. Warum es sich lohnt, diese Infoveranstaltungen zu besuchen, weiß Nicole Philippi. Bei einem Hochschul-Workshop lernte sie die Bayer AG kennen. Ihr wisst schon, das große Pharmaunternehmen, das Aspirin erfunden hat. Dabei entdeckte sie den Arbeitsplatz, den sie heute hat: eine Mischung aus Forschung und IT. Bei Bayer entwickelt sie jetzt im Team mit Biologen, Bioinformatikern und Programmierern IT-Lösungen für die Krebs- und Herzforschung. Ohne den Workshop hätte Nicole also niemals diese Chance für sich entdeckt.

Nicole Philippi // 
IT-Beraterin in der Forschung 

Aktueller Beruf:
IT-Consultant im Bereich Health-Care Research bei der Bayer AG

Der Weg dorthin: Studium der Bioinformatik, Promotion, Post-Doc als Bioinformatikerin in der Grundlagenforschung an einem Max-Planck-Institut

Persönliche Eigenschaften: Eine gesunde Portion Neugier und Mut haben, auch mal unerforschtes Terrain zu betreten

Frauenanteil: Studium: unter 1 Prozent; Job: 25 Prozent

Tipp für die Karriere bei Bayer: „Besuche Karriere-Messen und knüpfe frühzeitig Kontakte.”

Im Aufwärtstrend

Nicole war in ihrem Studium „Bioinformatik“ allein unter Männern. Mittlerweile hat sich das zum Glück geändert. Ein Trend, der nicht nur an ihrem Studiengang deutlich wird, sondern am gesamten MINT-Bereich. So zeigen Statistiken des Bündnisses „Komm, mach MINT!“, dass die Anzahl der Mädels hier stetig steigt. Heute entscheidet sich jede vierte Studienanfängerin für einen technisch-naturwissenschaftlichen Studiengang, ein Plus von mehr als 50 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Zweifellos: Das ist eine beachtliche Entwicklung! Dennoch sind Frauen in MINT-Fächern nach wie vor in der Unterzahl.

Das seht ihr auch am Beispiel von Sylvia Strack. Sie hat ihr Informatik-Studium mit drei Kommilitoninnen und 80 Kommilitonen begonnen. Beim Abschluss war sie die einzige Frau. Aber das war der heute 28-Jährigen egal. Wichtiger war für sie, ihrer Neugier zu folgen. „Mein ganzes Leben lang habe ich mich gefragt, wie Computer und Software funktionieren. Ich wollte unbedingt wissen, was man können muss, um Software zu entwickeln“, erzählt Sylvia.

Sylvia Strack // 
Software­entwicklerin 

Aktueller Beruf: Softwareentwicklerin bei SAP

Der Weg dorthin: Studium der Informatik, Consultant und Softwareentwicklerin in einer IT-Consulting-Firma

Persönliche Eigenschaften: Teamfähigkeit, Analytisches und logisches Denken

Frauenanteil: Studium: unter 4 Prozent; Job: 40 Prozent

Ihr Tipp für die Karriere bei SAP: „Bring Neugier für technische Innovationen mit.”

Heute arbeitet sie bei SAP, einem der größten Softwarehersteller in Europa. Was sie da macht? Sie entwickelt User-Interfaces, zu Deutsch: Benutzerschnittstellen. Damit sind Anwendungen gemeint, über die wir zum Beispiel Computer steuern. User-Interfaces machen es überhaupt erst möglich, dass wir in unserem Handy einen Termin eintragen und auch pünktlich daran erinnert werden.

Jobs mit Zukunft

Doch lohnt sich MINT? Auf jeden Fall. Andrea Feuerlein hat durch ihr Wirtschaftsinformatik-Studium eine tolle Stelle bei Audi gefunden, laut trendence-Schülerbarometer einer der beliebtesten Wunsch-Arbeitgeber von Abiturienten. In der Automobilbranche werden in den kommenden Jahren verstärkt junge Talente gesucht. Andrea koordiniert Prozesse, um die Audi Connect Dienste optimal unterstützen zu können. Die Navigation über Google Earth gehört zum Beispiel dazu. Sie erzählt, dass unter anderem zwei große Trends in der Branche dafür sorgen, dass es in den kommenden Jahren viele neue Jobperspektiven geben wird: die Digitalisierung und die Vernetzung von Fahrzeugen. Beides kann die Mobilität revolutionieren. Genau dafür braucht es kluge Köpfe wie Andrea.

Andrea Feuerlein // Wirtschafts­informatikerin 

Aktueller Beruf:
Serviceplanung
Application Lifecycle Management IT
Fahrzeug Audi connect

Der Weg dorthin: Studium der Wirtschaftsinformatik, Bachelorarbeit bei einem Consulting-Unternehmen

Persönliche Eigenschaften: Offenheit für technische Innovationen und Motivation, Verantwortung zu tragen

Frauenanteil: Studium: 30 Prozent; Job: bis zu 20 Prozent

Ihr Tipp für den Einstieg bei Audi: „Studiere, was dich interessiert. Wenn deine Begeisterung echt ist, sind deine Chancen gut.”

Aber nicht nur die Automobilbranche hat Nachwuchsbedarf. Ganze 137.000 naturwissenschaftliche und technische Arbeitskräfte fehlen dieses Jahr auf dem Arbeitsmarkt. Gut für euch: In den kommenden 15 Jahren ändert sich das voraussichtlich nicht. Ein perfekter Zeitpunkt, um einzusteigen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Einstiegsgehälter von MINT-Absolventen sind im Schnitt höher als die anderer Fächergruppen.

„Lasst euch nicht abschrecken!“

Die Jobs von Nicole, Sylvia und Andrea zeigen, dass MINT mehr bedeutet, als nur vor dem Computer zu sitzen: Ihr könnt kreativ werden, wenn es um die Oberflächengestaltung einer Software geht. Absprachen mit Kunden und Kollegen erfordern Social Skills – ihr müsst teamfähig sein und euch ausdrücken können. Das Gehalt spielte weder in Andreas, noch in Nicoles oder Sylvias Fall eine große Rolle bei der Berufswahl. Job-Sicherheit? Finden sie super. „Wenn man ein Interesse für MINT hat, sollte man es durchziehen. Lasst euch nicht abschrecken, weil es in dem Bereich keine oder nur wenige Mädels gibt. Das ist völliger Quatsch“, fasst Nicole zusammen. Dem stimmt Andrea zu: „Frauen sollten bei der Berufswahl nicht danach gehen, was von der Gesellschaft früher vorgegeben wurde. Sondern danach, was sie interessiert und worauf sie wirklich Lust haben.“

Besser informiert

Die Initiative „Komm, mach MINT!“ engagiert sich speziell für junge Frauen im MINT-Bereich. Doch auch Jungs können sich auf der Website top Infos holen. Zum Beispiel, welche IT-Berufe Zukunft haben, welche Studiengänge es gibt und wie man den richtigen für sich entdeckt. Klick dich rein 

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